Helmut Halbhuber erhält Heimatmedaille des Landes

(Südkurier Holger Kleinstück, 13.09.17) Für seine Verdienste um die Heimat ist Helmut Halbhuber aus Oberuhldingen in Karlsruhe mit der Heimatmedaille Baden-Württemberg ausgezeichnet worden. Die Übergabe der Heimatmedaillen, die Finanzstaatssekretärin Gisela Splett für zehn Personen vornahm, bildete den Auftakt der Landesfesttage im Rahmen der Heimattage Baden-Württemberg, die in der vorigen Woche von der Stadt Karlsruhe ausgerichtet worden waren.

Von seiner Ehrung hatte Halbhuber erstmals Mitte Juli vom Regierungspräsidium Karlsruhe erfahren, im August erfolgte eine entsprechende Benachrichtigung vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst. Am Mittwoch voriger Woche reiste der 69-Jährige mit seiner Frau Ida nach Karlsruhe, um dort zunächst eine Trachtenausstellung im Rahmen der Heimattage vorzubereiten, am Freitag folgte die Auszeichnung. Zuvor hatte Halbhuber an einer Altstadtführung teilgenommen, wobei er aber habe feststellen müssen, dass Karlsruhe als künstlich gegründete Residenzstadt keine Altstadt im üblichen Sinne aufzuweisen habe. „Ansonsten ist Karlsruhe sehr weitläufig und multikulturell“, sagt Halbhuber.

Helmut Halbhuber. | Bild: Holger Kleinstück

Der Begriff Heimat bedeutet dem ehemaligen Polizeioberkommissar sehr viel. „Denn damit lässt sich sehr viel Positives umschreiben wie etwa Geborgenheit, Zugehörigkeit, Liebe, Freude und Freunde“, sagt er. Die Bedeutung des Heimatbegriffes werde sehr schnell aus einem anderen Blickwinkel gesehen, sobald man sich weit von seiner Heimat entferne, so Halbhuber. Nicht einfach beantworten lässt es sich ihm zufolge, ob die Begriffe Heimat und Brauchtum in der heutigen Zeit noch eine Zukunft haben. Für einige bedeute der Begriff etwas Altes oder etwas Abgedroschenes. Helmut Halbhuber: „Von vielen wird der Begriff auch negativ belegt, da vor 1945 die Heimat und das Brauchtum missbräuchlich benutzt wurden.“ Sehr oft werde der Heimatbegriff heute lediglich zu kommerziellen Zwecken benutzt, beispielsweise im Musikbereich.

„Andere unserer Mitmenschen können mit dem Begriff aber auch positiv umgehen. Ich denke, es liegt an den Brauchtums- und Heimatpflegern, den Heimatbegriff positiv zu unterstützen“, sagt er. Halbhuber bedauert, dass junge Menschen der Heimatpflege eher ablehnend gegenüber stünden. „In meiner Schulzeit wurden wir noch durch Wald und Wiese geführt und es wurde uns unsere Heimat vor Augen geführt. Dann hat man auch gewusst, was in der Gegend des Wohnortes alles war. Heute wissen es unsere Kinder kaum oder gar nicht mehr. Das ist das, was mich bei der ganzen Sache etwas stört.“

Zur Person

Helmut Halbhuber wurde 1947 in der Niederlausitz (Sachsen) geboren und wuchs in Geisingen und Immendingen auf. Bis zu seiner Pensionierung 2007 war er seit 1976 in Meersburg und Überlingen als Wasserschutzpolizist tätig. Von 1984 bis 1990 war er stellvertretender, bis 2016 Vorsitzender der Trachtengruppe Uhldingen-Mühlhofen. Jahrelang war er im Bodensee Heimat-und Trachtenverband engagiert, von 1996 bis 2013 dessen Vorsitzender. Im Arbeitskreis Heimatpflege im Regierungsbezirk Tübingen ist er seit 1996 Mitglied, von 2000 bis 2013 war er Vorstandsmitglied als Sprecher im Beirat des Arbeitskreises. Von 1997 bis 2001 war Halbhuber Vorsitzender des Landesverbandes der Heimat– und Trachtenverbände, bis Frühjahr 2017 stellvertretender Vorsitzender. Auch an dem im Vorjahr erschienenen Buch „Trachtenvielfalt in Baden-Württemberg“ war er maßgeblich beteiligt. Er ist Mitglied der Narrengesellschaft Oberuhldingen, war von 1988 bis 2001 Elferrat und Narrenmutter, von 2001 bis 2006 Präsident.

Seit acht Jahren ist er im Brauchtumsausschuss des Alemannisch Närrischen Rings tätig. Zudem engagiert sich der 69-Jährige im Uhldinger Gemeinderat und ist seit 2011 Vorsitzender der Freien Wähler. (hk)

 

 

Heimat- und Trachtenverband kämpft mit Mitgliederschwund

Vorstand wird bei der Mitgliederversammlung in Hergensweiler größtenteils wiedergewählt

SZ Hergensweiler isa Die Mitglieder des Bodensee-Heimat- und Trachtenverband werden immer weniger. Zählte der Verband vor zehn Jahren noch 2500 Mitglieder, so seien es heuer gerade mal noch 1900. Das zeigte sich auf der Mitgliiderversammlung in Hergensweiler. So hat sich der Verein in Ulm vergangenes Jahr aufgelöst und die Trachtengilde Riedlingen will aus dem Verband austreten. Der Vorsitzende Werner Halder sieht den Grund dafür in einer Entwicklung, von der auch viele andere Vereine betroffen sind: „Das Ehrenamt ist nicht mehr in.“ Er hofft dennoch, dass die Mitgliederzahlen wieder steigen. 

Immerhin blickte der Verband bei der Mitgliederversammlung in Hergensweiler auf ein ereignisreiches Jahr zurück. Dort bestätigten die Delegierten auch den bisherigen Gauvorsitzenden Halder und sein 24-köpfiges Team. Im Großen und Ganzen blieb alles beim Alten. Die Mitglieder der 24 Heimat- und Trachtenvereine gaben zudem einen guten Eindruck über die Vielfalt von Brauchtum und Trachten im Gebiet des Verbandes, das von Oberschwaben übers Allgäu bis hin zum Bodensee reicht. Denn sie waren allesamt in der jeweiligen Stadt- und Dorftracht im Gasthof Sonne erschienen.

Vereint sind sie durch die gemeinsame Leidenschaft für Brauchtum und Tradition. Diese lässt die einzelnen Vereine im Verband zusammenkommen und das Brauchtum gemeinsam nach außen tragen. So auch im vergangenen Jahr, wo der Verband „sehr aktiv“ war, wie Vorsitzender Werner Halder die zahlreichen Veranstaltungen, Heimattage, Brauchtumsabende, Vereinsjubiläen und Trachtentage zusammenfasste, an denen der Verband teilgenommen hat.

25-jähriges Jubiläum der D’Leiblachtaler im Mai

Heuer ist einer der Höhepunkte der Gau- und Heimatabend anlässlich des 25-jährigen Vereinsjubiläums der „D Leiblachtaler“, der am 13. Mai in Hergensweiler stattfinden wird. Dort stehen Schuhplattler, Trachtentänze, Goißelschnalzer und Glockenspiel in der Leiblachhalle auf dem Programm.

Über ein ereignisreiches Jahr der 290 Mitglieder im Kindes- und Jugendalter berichtete auch der neue Gaujugendverbandsleiter Reinhold Lampater. „Wir wollen, dass wieder was vorwärts geht“, sagte er und kündigte an, dass er eine offene Repräsentationsgruppe gründen wolle, die die Verbandsjugend bei den anstehenden Festen und Veranstaltungen präsentiere.

Vorstand des Heimat- und Trachtenverbandes

Gauvorsitzender: Werner Halder
Stellvertreter: Ulrike Ganal, Helene Straub.
Gaukassier: Rudolf Tanner, Dieter Auchter (Stellvertreter).
Gauschriftführer: Reinhard Braun, Holger Haga (Stellvertreter).
Gauvorplattler: Wolfgang März, Alexander Bulach (Stellvertreter).
Gauvortänzer: Helga Kohlheim, Daniel Kobel (Stellvertreter, neu).
Gauzuschussbeauftragter: Silvia Halder (neu), Dieter Auchter (Stellvertreter).
Vertreterin für die Historische Tracht: Ida Halbhuber.
Vertreterin für die Allgäuer Trachten: Silvia Halder.
Gaurevisoren: Franz Hämmerle, Georg Gewinner.
Gaujugendleiter: Reinhold Lampater.
Gauchronistin: Trude Pfender.
Gaumusikanten: Holger Haga, Margret Lampater, Albert Rankel.
Gaufotograf: Anton Hirscher (neu).
Gaumusikantenwart: Holger Haga (neu). 

Trachtenverband Bodensee ehrt seine Mitglieder

(Südkurier 18.04.2016) Helga Boonekamp ist seit 40 Jahren in der Trachtengruppe Uhldingen-Mühlhofen aktiv. Dafür ist sie nun ausgezeichnet worden.

Für 40 Jahre aktive Vereinstätigkeit in der Trachtengruppe Uhldingen-Mühlhofen ist Helga Boonekamp während der Hauptversammlung des Bodensee-, Heimat- und Trachtenverbandes im „Sternen“ ausgezeichnet worden. Werner Halder, Vorsitzender des 1921 gegründeten Verbandes, übereichte ihr die entsprechende Ehrennadel. Nach Mitteilung des Verbandes besteht dieser zurzeit aus 25 Vereinen mit rund 1900 Erwachsenen sowie 350 Kindern und Jugendlichen. Allerdings sinke die Mitgliederzahl von Jahr zu Jahr ab; vor zehn Jahren seien es noch fast 2500 Mitglieder gewesen. Aufmerksam gemacht wurde auf den Gauheimatabend des Verbandes, der im Zusammenhang mit dem 40-jährigen Bestehen der Trachtengruppe Uhldingen-Mühlhofen am kommenden Samstag, 23. April ab 16 Uhr in der Lichtenbergschule stattfindet.

Nachruf

Mit tiefer Trauer erfüllt uns der Tod unseres Trachtenkameraden

Manfred Hanke

Er verstarb an den Folgen einer langen, mit viel Geduld ertragenen Krankheit.

Manfred gehörte seit 1999 dem Trachtenverein Waldburg an und wurde im selben Jahr unser Chronist. Im Jahr 2004 übernahm er zusätzlich das Amt des Schriftführers. Er war ein Meister der Schreibfeder und erfreute uns mit seinen wortwitzigen und schöngeistigen Werken. Mit vollem Herzblut erfüllte er sein Amt als Schriftführer bis zum Schluss. Darüber hinaus bekleidete Manfred in den Jahren 2004 – 2010 das Amt des Schriftführers im Bodensee – Heimat- und Trachtenverband.

 

Nicht die Ämter waren es die Manfred so beliebt machten, sondern seine unverwechselbare, freundliche, gesellige und wortgewandte Art. Mit ihm verlieren wir einen stets hilfsbereiten und freundlichen Trachtenkameraden. Noch lange werden das Herz und das Gefühl brauchen, um zu begreifen, was der Verstand akzeptieren muss, dass zu den nächsten Veranstaltungen und auch Proben des Trachtenvereins, Manfred nicht mehr unter uns weilen und seine Bereitschaft und Schaffenskraft einbringen kann. Aber in unseren Gedanken und unserem Fühlen werden wir noch immer seine Nähe spüren können.

Wir schulden Ihm großen Dank und werden ihn nie vergessen. Die Burschen und Dirndl des Trachtenvereins werden sein Andenken in Ehren bewahren. Unsere Gedanken und unser Mitgefühl ist bei Astrid, Mandy und den Angehörigen.

 

Im Namen des Bodensee – Heimat – und Trachtenverband

Werner Halder

1. Vorstand

Heimattage Baden-Württemberg in Bruchsal

Gedicht in schwäbischer Mundart von Trude Pfender zu den Heimattagen in Bruchsal.

Wie eigentlich jeder von eis woiß,
send die Heimattage Baden-Württemberg längstens vorbei.
So send mir Trachtler, zwoi Bus voll, send g’fahra
Am Wochaend zum Feschta noch Bruchsal g’fahra.
Dr Spielmannszug von Herbertinga war mit d’r bei,
do konntet mir mitfahra — us Sulga– mir Drei.

Im Hotel a’komma, schnell eingedscheckt
Die Tracht aus em Koffer schnell an Kaschta na g‘hengt
Ond schau stand da Bus für eis wieder parat,
denn mitanander fahret m’r nei en d’Stadt.

A Schloßführung ischt a’gsait, en deam riesa Schloß,
ma hot miaßa stauna und gucka bloß,
denn was dia Stadt noch em Kriag do wieder aufbaut hot,
zig Jahre des alles dauret hot.

Gold und Glanz, dia riesige Lüster,
von den Wänd hond uns a’guckt dia stolze Kurfürsta.
Soviel Reichtum und Gold hot uns fascht derschlaga,
so hend m’r no kenna a schnells Kaffeele vertrage
bevor eis da Bus wieder ins Hotel naus g’fahra hot,
denn umziah hots g’hoißa, aber flott.

Zobed um sechse hot uns da Bus wieder in d’Stadt nei brocht,
mir alle natürlich in eisra schönsta Tracht.
Des Bürgerhaus ziemlich neu, mit a ma herrlicha Saal,
a scheene große Bühne..rund rum ideal.

Doch ois, ma ka’s it glauba, es ischt wirklich g’schea
Do herin hots it a mol ebbes zum Essa gea
Ond s’Trenka hoscht au no dussa selber hola miaßa
Suscht wäret mir verdurschtet uf d’r Strecke blieba.

Um dia Zeit hot ma doch Hunger o’scheniert,
doch s‘ maula ond bruddla hot oin no meh frustriert.
S’Programm war vielseitig ond schee, des muaß ma saga
So viel schöne Tänz in no viel schönere Trachta.

Uff oimol wurdet draußa beim Getränk frische Brezela serviert
Mei do hot ma zua g’langt , au oscheniert.
Noch em Programm hond d’r Reinhard und Rüdiger Schnall ond Fall
Eis a’gmeld zum Essa im Gasthaus „Wallhall“.

A zünftige Wirtschaft, gmüatlich ond schee
Do hots dann endlich ebbes zum Essa gea,
ond all der Frust war glei vergessa,
noch a ma herrlicha Obedessa.

Mit Musik ond Senga so mitanand,
mir no grad an kleina Heimatobed g’het hand.
Zum Hotel vor Ort hend uns Taxis naus g’fahra
I glaub so an de fünf mol hend dia miaßa no anand fahra.
Den Obed hend mir in da Hotelbar g’müatlich ausklinga lau
Ond koi Mensch hot wella schau ufs Zimmer gau.

Am Sonntig Morga, wieder s’Köfferle packt,
Frühstück hots gea so ab de acht,
ausgedscheckt, a’ghäset schau en dr Tracht
stand schau wieder dr Bus für dia parat…
dia wo hend da Gottesdienst ist versäuma wella.
S’hättet allerdings a weng mehr Trachtler sei g’henna.

D’Jugend ischt wohl mit g’fahra, doch en Sekunda
War da ganz Haufa schau vor d’r Kirch verschwunda.
Noch em ökumenischa Gottesdienst send alle mitanand
Richtung Bürgerzentrum, dort war nämlich der Stehempfang,
für gladene Gäste, Obrigkeita ond no meh
bei viel Reda ond Lob, bei Trenka ond köstlichen Canapés.

Om Ois hommr miaße am Aufstellungsplatz sei,
denn da Umzug goht los..pünktlich um zwoi.
So ane ischt ma g’loffa…10 m…it mai
Schau isch ma wieder g’standa ..Groß und Klei,
so gings a Stund lang, laufa-stau, laufa-stau….
Bis s’Fernseh dann endlich uns hot zua laufa lau.

An der Ehratribühne, dia Ehregäst samt Ministerpräsident
Uns alle mächtig zua g’wonka hend.
Weil da Bodaseegau die Nummer 12 g‘het hot
Waret mir zeitig im Schloßhof, am Auflösungsort.
So hommr endlich kenna sitza, gruaba vom Laufa ond Stau
Ond eisern Herrgott an guata Ma sei lau!

Ma muaß scho saga, der Umzug war wunderschee,
koi Tröpfle Reaga…Leut…Tausende
ond dia vielerloi Trachta waret an Augaschmaus
ond erscht so om de fünfe war der Umzug aus.

So vielerloi Trachtler in der ganza Stadt,
dia Tradition samt em Brauchtum oin ganz übermannet hot.
Vom ältesta Trachtler bis zum kleinsta Kend
Ihra Tracht voller Stolz traga hend.

So hot au der Bodaseegau mit seine unterschiedlich schöne Trachta
Bei Land und Leut an guata Eindruck hinterlassa.
Ond mir hend au mit dazu beigetragen
zum Gelinga bei de Baden-Württembergischen Heimattagen!

Brauchtum lebt beim Gauheimatabend

(Südkurier 11.05.15 )Doppeljubiläum in Rielasingen-Worblingen zeigt Pflege des Brauchtums

40 Jahre Schwarzwaldverein Ortsgruppe Rielasingen-Worblingen plus 30 Jahre Trachten- und Volkstanzgruppe: Das ergab am Wochenende Heimatliebe und Brauchtumspflege und ein gebührendes Fest. Nach einem Gottesdienst mit Umzug zur Talwiesenhalle fand der Gauheimatabend statt. Bunte Trachtenträger schmückten den Festsaal. Ein abwechslungsreiches Programm sorgte für einen kurzweiligen Abend. Männer in Lederhosen führten die Damen in ihren Trachtenkleidern mit schwingenden Röcken auf die Bühne. Mit Musik, Tanz, Gesang, Glockenspielern und Peitschenhieben wurden die Gäste unterhalten.

 

Werner Halder, Vorsitzender des Bodensee-Heimat und Trachtenverbandes, eröffnete sein Grußwort mit diesem Leitspruch: „Folgten wir nur der Tradition, lebten wir immer noch in Höhlen. Folgten wir nur dem Fortschritt, wäre dies bald wieder der Fall.“

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Treu dem guten alten Brauch „Sitt und Tracht der Alten, wollen wir erhalten“ hatten sich die Damen und Herren mit schmucker Trachtenkleidung passend gekleidet. An diesem Abend wurde deutlich, dass die Tradition auch vom jungen Nachwuchs gepflegt wird. Etliche Jugendliche waren angereist, um die Liebe zur Heimat und den Brauchtum zu pflegen. Andreas Ganshorn, Jugendvertreter des Bodensee-Heimat und Trachtenverbandes, motiviert die feschen Buben und Mädels vorbildlich. Darius Ellinger, stellvertretender Schriftführer der Trachtenjugend Baden-Württemberg: „Wir haben das Glück, Jugendliche in verschiedenen Altersgruppen bei uns zu haben. “ Bei der Freundschaftspflege zwischen den Jugendlichen haben sich die sozialen Netzwerke als sehr nützlich erwiesen. Mit Laptop, Handy und Lederhosen geht die Jugend in die Zukunft.

Am Ende verabschiedete die erste Vorsitzende des Ortsvereines Rielasingen-Worblingen Kornelia Tolksdorf die Gäste sichtlich gerührt mit den Worten: „Dies war ein wunderbarer Abend!“

„Dirndl und Tracht ist nicht das Gleiche“

Hergensweiler sz Der Gaujugendtag des Bodensee-Heimat-Trachtenvereins findet heuer in Hergensweiler statt. Am Sonntag erwartet die Besucher ein festlicher Umzug und verschiedene Tänze der Nachwuchstrachtler. Aimée Jajes sprach mit Angela Rehm, Vorsitzende des Museums- und Trachtenvereins Hergensweiler, über das anstehende Fest und die Suche nach Nachwuchs.

 

Wie viele Nachwuchstrachtler erwarten Sie am Sonntag in Hergensweiler?

Es werden zwischen 75 und 80 Kinder und Jugendliche im Alter von vier bis etwa 20 Jahren kommen: aus Wangen, Waldburg, Lindau, Eglofs, Wurzach und eben Hergensweiler. Sie sind alle in Trachtenvereinen aktiv.

Ist Tracht bei Jugendlichen aktuell in?

Sie ist immer mehr in geworden in den vergangenen Jahren. Die Tracht weckt auch das Heimatgefühl der Kinder. Auf Festen hat mittlerweile jedes Mädel ein Dirndl oder eine Tracht an. Allerdings ist das nicht das Gleiche…

Inwiefern unterscheiden sich Dirndl und Tracht?

Ein Dirndl kann man überall kaufen. Trachten hingegen werden meist handgefertigt und man kann sie nicht von der Stange kaufen. Die Tracht ist bei jedem Verein anders und wird auf der Grundlage alter Überlieferung gefertigt. Man erkennt zum Beispiel an den Farben von Mieder und Rock, woher die Tracht kommt. Zu manchen Trachten gehören auch Hauben. Die Hergensweilerer Tracht kennzeichnet bei den Erwachsenen zum Beispiel ein Speckmieder mit Goldborte. So eines hat im Landkreis sonst niemand.

Wie sieht es bei Ihnen im Hergensweilerer Trachtenverein mit Nachwuchs aus?

Bei uns sind nur drei Kinder dabei, davon sitzt eins noch im Kinderwagen. Lange Zeit hatten wir im Verein gar keinen Nachwuchs. Allerdings haben wir mit der Schule einen guten Kontakt und haben den Hergensweilerer Schülern unsere Kreuzpolka beigebracht. Die Kinder dürfen auch beim Umzug mitlaufen und den Tanz mitaufführen. Wenn jemand Lust hat, darf er gern bei uns reinschnuppern. Der muss auch nicht gleich eine Tracht kaufen: Wir haben probeweise auch Leihtrachten.

Info:

Um 9 Uhr treffen sich die Gruppen am Sonntag, 19. April, an der Leiblachhalle, um gemeinsam zum Festgottesdienst zu ziehen. Der Beginnt um 9.30 in der Kirche St. Ambrosius. Nach dem Gottesdienst begleitet die Musikkapelle die Kinder und Jugendlichen zur Leiblachhhalle. Mit dem Einmarsch der Trachtengruppen und Hergensweilerer Kreuzpolka beginnt der Jugendtag. Ab 13.30 Uhr startet das Festprogramm mit Tänzen der Trachtlerjugend und Plattlergruppen. Besonders nachmittags zu Kaffee und Kuchen würden sich die Jugendlichen über Besucher freuen.

VolksDanz Seminar des Bodensee- Heimat- und Trachtenverband

Am 28. Februar 2015 fand im Vereinsheim der Bodensee`r in Friedrichshafen das jährliche Gautanzseminar unter der Leitung von Helga Kohlheim und Daniel Kobel statt. Bei Eintreffen der Teilnehmer standen für sie schon Kaffee und Zopf für das leibliche Wohl bereit. Um 09:30 Uhr wurde das Seminar mit der Begrüßung der 34 Teilnehmer durch Helga Kohlheim stellvertretend für den VTHV Friedrichshafen eröffnet. Einer der Schwerpunkte dieses Seminars war der „neue“ Gau-Tanz: „Bodenseegauländer“.

Aber auch Tänze aus Schweden, wie der Sunnanavales und die Neuschöpfung E-18, standen mit auf dem Programm. Für die Live-Musik sorgten die Gaumusikanten Albert (Waldburg) und Holger (Herbertingen) mit Ihren Akkordien. Um 12:30 Uhr wurde das Essen für die Teilnehmer aufgefahren. Die Teilnehmer konnten eins von drei Gerichten wählen, welche von unserer Wirtin Jutta Schwarzkopf und Ihrem Team zubereitet wurden. Nachdem um 13:45 Uhr alle gesättigt waren, ging das Seminar weiter mit Wiederholung der bisher erlernten Tänze, aber auch mit weiteren neuen Tänzen, wie d´Seppel und die Russenpolka. Die nächste Pause fand um 16:00 Uhr statt, als die Kuchen, die von den Vereinsmitgliedern des VTHV Friedrichshafen gesponsert wurden, angerichtet waren. Nachdem sich alle Teilnehmer etwas erholt hatten, ging es nochmal mit den Wiederholungen der erlernten Tänze weiter, bis um 19Uhr das Abendessen serviert wurde. Nach dem Essen ging es noch einmal weiter mit dem Tanzen, bis schließlich um 20:15 Uhr zum abschließenden „Offenen Tanzen“ eingeladen wurde. Dort können die Teilnehmer sich Tänze wünschen, welche sie gerne Tanzen würden. Um 22:30Uhr ergriff Helga das letzte Mal offiziell das Wort, um das Ende des Seminars einzuleiten und um sich nochmal bei den Musikanten, der Wirtin und ihrem Team und auch bei Daniel für die Unterstützung und den Teilnehmern zu bedanken.
März 2015

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Grenadiere sanieren ihr Traumdomizil

(Südkurier 10.03.2015 Tobias Lange) Der Elisabethenturm in Villingen wird derzeit behutsam erneuert.

Mit gut 34 Metern ragt der Romäusturm stolz über der Stadt. Er und der Rest der mittelalterlichen Verteidigungsanlage gehören nach wie vor zu den Charakteristiken Villingens. Drei Tore und ein großer Teil der Stadtmauer sind erhalten geblieben. Daneben wirkt der kleine Bruder unter den Türmen, der Elisabethenturm, fast schon unscheinbar. Doch auch ihn verbindet eine abwechslungsreiche Geschichte, die mit dem baldigen Einzug des historischen Grenadiercorps Villingen-Schwenningen und des Schwarzwaldvereins Villingen in der Gegenwart angekommen ist.

 

Anfang 2013 mussten beide Vereine ihr damaliges Zuhause verlassen. Die Vereinsräume in der Kanzleigasse durften aus Brandschutzgründen nicht länger benutzt werden. So wurden die Grenadiere in ihren grünen Uniformen obdachlos und waren vorläufig im Münsterstüble zu Gast. Bis sie vergangenes Jahr eine Bleibe mit Geschichte fanden. Die zurzeit stattfindenden Renovierungen im Elisabethenturm seien zum größten Teil Eigenarbeit der Vereinsmitglieder, verrät Wolfgang Kunle, erster Vorstand des Grenadiercorps. Lediglich die Abnahme von Wasser- und Stromleitungen erfolge zur Absicherung durch Fachmänner.

In den oberen Stockwerken sind die Arbeiten bereits gut vorangekommen und die Räume seien tapezierbereit. Im zukünftigen Versammlungsraum der Grenadiere im Erdgeschoss steht aber noch einiges an Arbeit an. Den alten PVC-Boden haben die Grenadiere kurzerhand herausgerissen. Er soll durch einen neuen Boden aus Hartholz ersetzt werden. Eine kleine Küchennische zur Bewirtung der Mitglieder soll dort ebenfalls entstehen. Dass dabei nicht immer alles nach Plan verläuft, wurde schnell klar. Nachdem der alte Boden weg war, musste erst einmal eine Ladung Schlacke herausgeschaufelt werden, so Wolfgang Kunle. Und der Raum des Schwarzwaldvereins im ersten Obergeschoss bräuchte noch einen Rettungsweg über das Dach des Nebengebäudes.

Doch das Ziel ist klar. So nah wie möglich wolle man an die historischen Verhältnisse ran. Dafür und zum Schutz des historischen Gebäudes stehe der Verein regelmäßig im Kontakt mit der Behörde für Denkmalschutz, die Anfragen, nach Aussage von Wolfgang Kunle, schnell und unkompliziert beantworte. „Der Turm atmet Geschichte. Er hat eine wunderschöne Lage mit Ausblick über die Stadt und ein traumhaftes Ambiente“, schwärmt der erste Vorstand. „Und das soll auch so erhalten bleiben“, ergänzt Barbara Rothfuß, Kassiererin des Vereins. Auch die Nähe zum eigenen Material sei ein Vorteil. Die Mitglieder seien so flexibler als zuvor. Natürlich hat der Verein auch Pläne für die 2017 anfallenden Jubiläumsfeierlichkeiten der Stadt. Ein Vorschlag für eine historische Lagerdarstellung wurde bereits eingereicht. Für die Mitglieder wurde nach zwei Jahren quasi Heimatlosigkeit mit dem Turm nun ein Traum wahr.

Das Erdgeschoss des vierstöckigen Gebäudes wird zukünftig der Versammlungsraum für die Grenadiere sein, darüber zieht der Schwarzwaldverein Villingen ein. Die beiden obersten Stockwerke sollen von den Vereinen als Lagerräume genutzt werden. Die Eröffnung ist für den Samstag, 18. Juli, geplant.